Exkursion in das Grödnertal/Dolomiten vom 4. bis 12. Juli 2015
 

 

Quartier war diesmal in Wolkenstein, das am Talschluss des Grödnertals, einem Seitental des Eisack, liegt. Der Hausberg ist der Langkofel, der auch im Bildhintergrund zu sehen ist. In Wolkenstein beginnen die Passstraßen über das Grödnerjoch und das Sellajoch, die Ausgangspunkte für einige alpine Touren sind.

Hauptsaison ist der Winter mit dem Skitourismus. Deshalb ist die Erschließung mit Seilbahnen sehr gut. Wenn man nicht gerade auf eine Skipiste des Weltcups gerät -wie uns das am ersten Tag passiert ist- halten sich die ökologischen Schäden aber in Grenzen. Um die Bergbahnen auch im Sommer auszulasten, gibt es relativ günstige Pauschalangebote, von denen wir reichlich Gebrauch genacht haben. Erfreulicherweiser gibt es heute im Grödnertal einen sehr guten Busliniendienst, den man als Übernachtungsgast sogar umsonst benutzen kann.

 

Den deutschen Namen Wolkenstein hat der Ort vom Adelsgeschlecht derer von Wolkenstein, dessen bekanntester Vertreter der Dichter Oswald von Wolkenstein ist. Seine Stammburg, in der sich der umtriebige Mensch wohl nur im Sommer aufgehalten hat, ist noch als Ruine erhalten.

Die Burg stammt aus dem 13. Jahrhundert. Als Zollburg an einem äußerst bedeutenden Handelsweg der damaligen Zeit über das Grödnerjoch und das Gadertal war der Standort sehr lukrativ. Dummerweise hat man nicht darauf geachtet, dass der Fels darüber ziemlich bröckelig ist. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts ist die Burg deshalb aufgegeben worden.

Das Foto zeigt Reste der Burgmauer und ganz hinten den Plattkofel.

 

Am ersten Tag ging es dann zum Einlaufen mit der Seilbahn zur Ciampinoi hoch. Von hier führte der Weg in gemächlichem Anstieg zur Nordflanke des Langkofels hoch.

Hier stand der Goldschwingelrasen (Hypochoerido-Festucetum paniculatae) an. Neben dem namengebenden Einblütigen Ferkelkraut (Hypochaeris uniflora) wurden noch mehrere Arten der Borstgrasrasen demonstrietrt, die außer im Goldschwingelrasen eher untypisch für Urrasen auf Kalk sind wie Bergwohlverleih (Arnica montana) oder die Weiße Höswurz (Pseudorchis albida).

Am Fuße des Langkofels überwiegten dann Schuttfluren. Bemerkenswert ist hier das Vorkommen des Rhätischen Alpenmohns (Papaver alpinum ssp. rhaeticum).

Am 6. Juli war die Regensburger Hütte das Ziel. Etwas botanisch wirklich Erwähnenswertes gab's da allerdings nicht.

 

Am folgenden Tag stand das Sellajoch an, von dem es mit der Seilbahn zur Langkofelscharte auf ca. 2700m ging. Der Abstieg Richtung Wolkenstein war dann erstmal steil und unangenehm. Unmittelbar hinter der Scharte musste sogar noch ein Schneefeld bezwungen werden.

 

Offensichtlich ist der oberste, steilste Abschnitt noch sehr in Bewegung. Die Vegetation war sehr spärlich und beschränkte sich auf die „üblichen Verdächtigen“ wie Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina), Blattlosen Steinbrech (Saxifraga aphylla), Zwerg-Miere (Minuartia sedoides), Dolomiten-Schafgarbe (Achillea oxyloba) und die hochalpine Form des Bayerischen Enzians (Gentiana bavarica var. subacaulis).

Herausragend war allerdings der Fund des Rosatroten Läusekrauts (Pedicularis rosea, Abb. rechts).

 

Unter der Langkofelhütte weitete sich das Tal und der Weg führte rechts an der Nordflanke des Langkofels zur Seilbahn nach Wolkenstein.

Hier wurde dann auch das Dolomiten-Fingerkraut (Potentilla nitida) angetroffen, ein Endemit und geradezu Symbolblume der Dolomiten.


Für den 8. Juli hatte der Wetterbericht ziemlich lausiges Wetter angekündigt. Deshalb sind die meisten an diesem Tag nach Bozen gefahren, um „Ötzi“ einen Besuch abzustatten.


Am 9. Juli ging es dann mit Bus (nach St. Ulrich) und Seilbahn auf die legendäre Seiser Alm.

Nach Südwesten geht der Blick von der Seilbahnbergstation zum Schlern (links), nach Süden erschließt sich die ganze Hochfläche der Seiser Alm. (unten)

 

 

Der Weg führte zunächst nach Süden bis Saltaria und dann in weitem Bogen über Contrin Schwaige zurück zur Seilbahn.


Blumenwiesen, Pferde, Berge - so stellt man sich die Seiser Alm vor.

 

Am 10. Juli, gab es kein gemeinsanmes Programm mehr. Die größte Gruppe machte eine Bergtour vom Grödnerjoch über den Dolomitenhöhenweg und das Langental zurück nach Wolkenstein. Unten der Aufstieg vom Grödnerjoch. Unter der Sellagruppe links ist die Passstraße zu erkennen. Die Häuser hinten rechts unten markieren die Passhöhe. Darüber ist in der Ferne auch noch die schneebedeckte Marmolada zu erkennen.


Die Blumenwelt am Grödnerjoch ist äußerst vielfältig. Als Beispiel ist links die Grannen-Schwarzwurz (Scorzonera aristata) abgebildet.

Mit den riesiegen Blütenköpfen ist der Berg-Pippau (Crepis pontana, Abb. links) sehr auffällig. Die Abbildung rechts zeigt eine bunte Mischung der roten Berg-Esparsette (Onobrychis montana) mit dem Alpen-Sonnenröschen (Helianthemum oelandicum ssp. alpestre).

Blick ins Langental. Ganz hinten auf der rechten Talseite liegt die Burgruine Wolkenstein.


Am Abend des 10. Julis konnte man auf dem Balkon unseres Hotels noch das echte Alpenglühen genießen.


Da wir dank des relativ guten Wetters mit dem offiziellen Programm durch waren, konnte der 11. Juli frei gestaltet werden. Z.B. ist der Netzmeister zur Burgruine Wolkenstein gewandert, wo das Foto ganz oben entstanden ist.

Das traditionelle Gruppenfoto ist schon am 5.Juli entstanden. Wegen der inzwischen üblichen Fluktuation waren noch nicht alle Teilnehmer dabei.

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