Exkursion nach Seefeld in Tirol vom 20. bis 27.07.2019
 

Die Alpenexkursion führte in diesem Jahr nach Seefeld in Tirol.

Seefeld liegt zwischen Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald und Innsbruck. Das Gebiet ist vor allem für den Wintertourismus erschlossen. Beherrschende Gebirgszüge sind Wettersteingebirge (Zugspitze), Karwendel und Mieminger Gebirge (Hohe Munde). Die Berge und die Täler (Gaistal, Karwendeltal u.a.) ermöglichen schöne Wanderungen in allen alpinen Höhen- und Vegetationsstufen.

Der Ort liegt auf einem Plateau in etwa 1.200 m über dem Inntal in der Nähe von Innsbruck. Seefeld ist Wintersportregion. Bereits mehrfach war Seefeld der Austragungsort der nordischen Disziplinen im Rahmen der Olympischen Winterspiele in den Jahren 1964, 1976 sowie 2012 bei den olympischen Jugendwinterspielen, als eines der Top nordischen Wintersportgebiete.


Das Wappentier von Seefeld ist das Einhorn.

 

Unser Hotel lag etwas außerhalb des Ortskerns von Seefeld in ruhiger Lage, aber nur eine Viertelstunde vom Bahnhof entfernt. Ideal für Bus und Bahn, die wir nutzten, um zu den jeweiligen Ausgangspunkten unserer Wanderungen zu gelangen.

 

Am 21.07. führte zum Einlaufen eine gemütliche Wanderung bei zeitweiligem Regenwetter von Seefeld aus über die Wildmoosalm (oben) vorbei an Wildmoossee und Lottensee zum Möserer See und wieder zurück nach Seefeld. In der Nähe von Seefeld gibt es zwei Golfplätze, einer am Wildsee und der zweite auf ehemaligen Mähwiesen zwischen Wald in der Lentschen Au gelegen entlang von Wildmoos- und Lottensee, die als temporäre Gewässer im Sommer stark zurücktrocknen.

 

Im Bergbuchenwald fanden wir neben anderen typischen Pflanzen links das Rote Waldvöglein (Cephalanthera rubra), eine einheimische Orchidee, oben den Buchenspargel (Monotropa hypophegea) und das Nordische Labkraut (Galium boreale).

 

Am 22.07. führte eine Wanderung zur Oberbrunn-Alm am Ende des Gießenbachtals. Die Strecke ging zunächst steil aufwärts mit Blicken auf das schluchtartige Ende des Gießenbachtals.

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit einigem Auf und Ab führte der Weg über das Marendköpfl zum Mittags- und Zäunlkopf. Von hier konnte man die Aussicht auf das Bergpanorama genießen.

Links Wettersteingebirge, rechts Karwendel, mittig der Große Mittagkopf

 

Nach einer kurzen Rast ging es abwärts durch den Wald zur Oberbrunnalm. Nach einer Einkehr sind wir dann von dort das Gießenbachtal auf einem breiten Fahrweg zurück bis in den Ort Gießenbach gelaufen.

 

Am 23.07. ging es auf die Hausberge, die Seefelder Spitze und von dort über die Reither Spitze zur Nördlinger Hütte. Mit der Rossbahn, die von Seefeld auf das gleichnamige Joch in 2.060 m führt, erschließt sich v.l.n.r. das Panorama auf die Pitztaler Alpen, Inntal, Mieminger Gebirge mit Hohe Munde, ab Bildmitte Wettersteingebirge, rechts Karwendel.

 

Von der Seefelder Spitze (rechts) führte der Weg weiter durch das Reitherkar zum Reither Joch und dann auf die Reither Spitze Der Weg zur Hütte geht aus dieser Richtung nur über die Reither Spitze. Auf- und Abstieg sind im Fels stellenweise steil und schmal, mit Seilen und an einer Stelle mit einer Leiter gesichert.

Die Anstrengung wird belohnt durch den Blick auf die Hütte und das Inntal. Im Hintergrund ist der Ort Zirl zu erkennen. Kurz vor der Hütte durchquert man symbolisch das Alpentor.

Obwohl die alpinen Schutthänge aus der Entfernung kahl und öde aussehen, sind sie dennoch der angestammte Standort für viele, sehr spezielle Alpenpflanzen, die es immer wieder schaffen durch den Schutt hindurchzuwachsen. Die Schutthalden sind ständig in Bewegung, die mitwandernden Pflanzen werden auch als Schuttkriecher bezeichnet. Oft werden sie auch mit Schuttlawinen die Berge herunter in die Täler verfrachtet:

 Papaver alpinum ssp. sendtneri (Sendtners Alpen-Mohn)

Noccaea rotundifolia (Rundblättriges Täschelkraut) (früher Thlaspi rotundifolia)

Pritzelago alpina (Alpen-Germskresse)

Linaria alpina (Alpen-Leinkraut)

Am 24.07. fuhren einige Exkursionsteilnehmer nach Innsbruck, um nicht zuletzt die eisenbahntechnische Leistung des Abstiegs ins Inntal mit einer Höhendifferenz von 650 Meter auf kurzer Distanz zu bewundern.

In Innsbruck gehörte dann auch der Besuch des Botanischen Gartens (rechts) dazu.

Eine andere Gruppe ging von Scharnitz aus eine Tour durch das enge Tal der Gleirschklamm. Die Klamm war noch wenige Tage vorher gesperrt. Die Stege und Brücken waren wieder repariert und an einer Stelle konnte man bis zum Gleirschbach absteigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch bis Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden aus den Karwendeltälern große Mengen Holz durch Trift zur Isar nach Scharnitz transportiert. Große Holzflösse gingen von dort dann auch mit anderen Waren beladen bis München und sogar bis Wien.

Am 25.07. ging es entlang der Leutascher Ache bis zur letzten Haltestelle des Busses am Salzbach. Einige botanisierten entlang des Baches. Der Flusslauf ist zwar reguliert, man findet aber noch halbwegs natürliche Schotterbänke. Das Bild zeigt ein Initialstadium des Salicetum eleagni, dem Auwald der Lavendel-Weide, die für Alpenbäche typisch ist. Die gelben Tupfen dazwischen sind die Körbchen des Grasnelkenhabichtskrauts (Tolpis staticifolia).

Ein Teil der Gruppe ging den Ganghofer Weg bis zur bewirtschafteten Tillfußalm (links). Eine kleine Gruppe stieg alternativ über Hemermoosalm und Wurziger Steig, ein schöner Weg durch den Bergwald, bis zur Wettersteinhütte auf. Nach erholsamer Mittagsrast ging es dann über die Wangalm weiter zum Scharnitzjoch und dann durch das Puittal hinunter nach Leutasch-Weidach. Das hoch gelegene Tal wird für den Wintersport nicht genutzt und ist der Almwirtschaft vorbehalten.

Am 26.07. ließen wir die Exkursion ausklingen. Einige wanderten entlang des Wildsees, andere erkundeten das Karwendeltal mit dem Mountainbike.

Der Netzmeister wollte alleine eigentlich nur einen Hofladen im Leutaschtal plündern, hat aber dann auf dem Weg dahin im Leutaschtal Saxifraga mutata (Kies-Steinbrech) gefunden. Die konkurrenzschwache Art ist auf Quellaustritte auf steinig-kiesigem Grund spezialisiert und dementsprechend selten.

 

Bei der Abfahrt am 27. 7. konnte man am Bahnhof Seefeld noch mal das Alpenpanorama genießen.

 

Zum Abschluss wieder das traditionelleGruppenfoto:

 

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