24. Sept: 2026
NATURBEOBACHTER AUS DER REGION
Riesen-Lebensbaum
Karl Josef Strank
Der Riesen-Lebensbaum (Thuja plicata Donn) ist im Nordwesten Amerikas beheimatet. Das ist die pazifische Küstenregion von Süd-Alaska, West British Columbia Washington und Oregon bis ins nördliche Kalifornien. Ein weiteres Areal liegt in den Rocky Mountains. Im ausgehenden 18. Jhdt. gelangte er nach Europa und wurde vielfach in Gärten und Parks gepflanzt. Stattliche Exemplare erreichen bei uns 30 -40 Meter Höhe. Am natürlichen Standort werden Riesen-Lebensbäume 500 - 600 Jahre alt, manche erreichen sogar ein Alter von 1.000 Jahren. 1977 wurde im US-Staat Washington ein Baum vermessen mit einer Höhe von 54,25 m, einem Kronendurchmesser von 16,45 m und einer Stammdicke von 5,92 m. Das Höhenpotenzial reicht bis 70 m.
Fast zeitgleich 1853 durch T. Lobb und 1854 durch J. Jeffrey gelangte der Riesen-Lebensbaum nach Europa und etablierte sich als häufig gepflanztes Parkgehölz. Am natürlichen Standort erhält er das ganze Jahr über reichlich Niederschlag, dennoch erträgt er bei uns bis jetzt die sommerliche Trockenheit ohne erkennbare Schäden. Eine gewisse Anfälligkeit gegen Trockenheit kann man ihm aber nicht absprechen. Auch ist er winterhart.
Sehr alter Riesen-Lebensbaum im Kasteeltuin von Schloss Schaloen in Oud ValkenburgDer Riesen-Lebensbaum ist immergrün und wächst kegelförmig mit aufrechten Hauptästen. Im Alter verbreitet sich die Krone. Die Rinde ist breit gefurcht, anfangs dunkelbraun-rötlich. Im Alter ist sie grau und löst sich in Platten ab. Der Stamm ist stark abholzig, was bedeutet, dass er aus einer breiten Basis sich zur Krone hin stark verjüngt und kegelförmig ausläuft. Die schuppenförmigen grünen, unterseits helleren Blätter sind den Zweigen angedrückt und duften aromatisch frisch nach Apfel und Ananas. Er ist einhäusig und getrenntgeschlechtlich. Die männlichen Zapfen sind klein und stehen an den Zweigspitzen, die weiblichen rückwärtiger an kräftigen Zweigen. Die eiförmigen Zapfen enthalten 8-14 Samen. Diese sind rötlich-braun und mit Flügeln 4-7,5 mm lang. Blühfähig werden die Bäume erst mit etwa 20 Jahren.
In seiner Heimat hat der Riesen-Lebensbaum Bedeutung für die Forstwirtschaft. Das wertvolle, leichte, dauerhafte und witterungsbeständige Holz hat weißes Splint- und rotbraunes Kernholz. Der Faserverlauf ist geradlinig mit deutlichen, dichten Jahresringen. Es wird unter der Bezeichnung Red Cedar gehandelt. Es findet vielfältige Verwendung. So eignet es sich hervorragend für Schindeln oder als Klangholz für Resonanzböden beim Bau von Gitarren. Das langlebige und leichte Holz eignet sich ebenso für den Bau von Booten, Gewächshäusern und Schuppen. Der Holzstaub kann aber Allergien verursachen.
Die Indigenen der pazifischen Nordwestküste Amerikas nutzten den Riesen-Lebensbaum intensiv. Sie fertigten aus ihm Totempfähle, Kanus und Häuser. Den Rindenbast flochten sie zu Seilen, Körben und Kleidung.
Als durchweg giftige, wenn auch antimikrobiell wirksame Pflanze ist der Riesen-Lebensbaum ökologisch von geringem Nutzen. Er hat zwar fast keine Schädlinge, an und von ihm leben aber auch fast keine anderen Organismen.
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zuletzt bearbeitet am 1.X.2026